Krankheiten

Erkennt man bei seinem Tier ein annormales Verhalten oder Verletzungen, so sollte man nicht lange Warten einen geeigneten, qualifizierten Tierarzt aufzusuchen.

Äußerlich erkennbare Anzeichen für eine Krankheit können z.B. Fressunlust oder hohe Agressivität sein. Innere Krankheiten wie Parasieten oder Darmerkrankungen kann man daran erkennen, dass das Tier eine erhöhte Feuchtigkeitsaufnahme hat. Symptome für Außenparasiten sind Reiben an Einrichtungsgegenständen oder Dauerbaden in der Wasserschale. Ein offenes Maul deutet auf Rachen- oder Lungenkrankheiten hin. Ein gebrochenes Bein kann z.B. an nicht Benutzung der Extremitäten erkannt werden. Bei verkrümmten Rückrad oder Kletterunlust kann eine Rachitis vorliegen.

Gesunde Tiere sind aktiv, haben glänzende Haut und glänzende Augen. Sollte das Tier Veränderungen aufweisen, sollte gehandelt werden. Die Hätung ist übrigens keine Krankheit, sondern ein natürliches Verhalten der Tiere. Es kann aber auch hier zu Problemen kommen. Hier kann man zur Not mit etwas Babyöl nachhelfen.

Krankheiten vermeiden:
Um Krankheiten wie Parasiten oder Ähnliches zu vermeiden, sollte unbedingt beim Einkauf der Futtertiere darauf geachtet werden, wo das Futter gekauft wird. Schlechte Futtertiere können Krankheiten wie Parasiten (Oxiuren und Kokzidien) oder auch Viren auf die Tiere übertragen.

Hinweis:
Fast keiner von uns ist ein Tierarzt, wir versuchen nur aus Erfahrung oder Fachliteratur heraus die Symptome zu deuten. In den meisten Fällen sollte ein fachkundiger Tierarzt aufgesucht werden. Genauso sollte mindestens 2 mal im Jahr eine Kotprobe beim TA abgegeben werden.


Parasiten:
Beim Parasitenbefall unterscheidet man zwischen den äußeren und den inneren Parasitenbefall.

Der äußere Parasitenbefall kann an einer schlechten Pflege und Hygiene des Terrariums liegen, wenn z.B. tote Futtertiere oder Futterreste lange im Terrarium liegen bleiben. Deswegen sollten solche Sachen, wozu auch der Kot gehört, schnellstmöglich entfernt werden, mindestens jeden Abend. Ist ein Tier von Parasiten befallen, so sollte das Tier in ein Quarantäne-Terrarium umziehen. Die Einrichtungsgegenstände sollten im Backofen bei ca. 200 Grad ca. 15 Minuten desinfiziert werden.

Innere Parasiten können über Futtertiere aufgenommen werden. Bei den Parasiten kann es sich um Flagellaten/Geißeln, Cliliaten, Amöben oder Coccidien/Kokzidien und Oxyuren handeln. Symptome für einen inneren Parasitenbefall erkennt man schlecht. Eine eingefallene Schwanzwurzel und flüssiger Kot können ein Anzeichen sein. Die Tiere können dann träge und inaktiv sein. Ebenso kann es zu Abmagerungen kommen, obwohl das Tier regelmäßig frisst. In diesen Falle sollte eine Kotprobe beim Tierarzt abgegeben werden.

Kokzidien/Coccidien:
Kokzidien sind mikroskopisch kleine Parasiten. Kokzidien befallen den Dünndarm, vermehren sich aber in den Schleimhäuten. Aus der Vermehrung der Kokzidien entstehen dann die Oxyuren. Kokzidien haben einen eigenen Entwicklungszyklus und brauchen keinen Wirt, somit ist die Ansteckungsgefahr anderer Bartagamen z.B. durch Kontakt mit Kot extrem hoch. Die Wiederansteckungsgefahr birgt ebenso ein großes Risiko. Der Anstieg und die Vermehrung der Kokzidien ist sehr hoch und eine große Gefahr gerade für Jungtiere, da diese noch keine guten Abwehrkräfte, im Gegensatz zu adulten Tieren, haben. Eine gesammte Brut kann sich sehr schnell infizieren und das Wachstum einschränken. Die Folge sind dann Durchfall, Abmagerung, sogar der plötzliche Tod eines vorher gesunden Tieres. Um Kokzidien zu vermeiden, muss sehr streng auf die Hygiene geachtet werden. Sollte es zu einem Befall kommen, muss das Terrarium und die Einrichtung mit Interkokask desinfiziert werden und die Tiere  mit Baycox behandelt werden. Da Baycox die Schleimhäute der Tiere angreift, muss auf die richtige Verdünnung und Dosierung geachtet werden, ebenso kann es zu Störungen im Allgemeinbefinden der Tiere kommen. Hierzu immer einen fachkundigen Tierarzt zuziehen. Eine regelmäßige Kotuntersuchung sollte durchgeführt werden.

Oxyuren:
Oxyuren sind die Weiterentwicklung der Kokzidien. Oxyuren haben eine sehr harte Schale, wodurch sie sich lange halten können, und werden mit dem Kot ausgeschieden. Oxyuren haben die gleichen folgen wie Kokzidien, werden nur anders behandelt. Oxyuren erkennt man an dem veränderten Kot. Zur Behandlung wird meist Panacur empfohlen, ein Mittel zur Entwurmung. Eine regelmäßige Kotuntersuchung sollte auch hier durchgeführt werden.

Flagellaten/Geißeln: Hier handelt es sich um Darmbakterien, die an Symptomen wie veränderter Kot (weich/schleimig), Erbrechen und langsame Fortbewegung erkennbar sind. Diese Parasieten lassen sich nur im noch warmen, frischen Kot nachweisen. Sie sterben an der Umgebung ab.
Eine Behandlung durch den Tierarzt ist ratsam. Meißt muss die Behandlung wiederholt werden.

Rachitis:
Bei Rachitis handelt es sich nicht um eine Erkrankung des Rachenraums sondern um ein Knochenerweichung wegen Vitamin D3-Mangel. Die Erkrankung ist nicht immer ganz leicht zu erkennen. Symptome können ein gebäugter Rücken oder Nachschleifen des Schwanzes sein. Dadurch, dass die Knochen weich werden, kann es schnell zu Knochenbrüchen kommen, die Bewegungsabläufe werden unkoordinierter.

Um Rachitis vorzubeugen, ist die Versorgung des Tieres mit Kalzium und UVB Strahlen sehr wichtig. Kalzium kann man über Vitaminpräparate verabreichen oder seine Futtertiere damit füttern oder Bestäuben. Meist enthalten diese Präparate auch Vitamin D3. Die Vitamin D3-Bildung geschieht auch im Körper der Tiere. Dazu müssen die Tiere mit UV-Strahlen versorgt werden. Hier ist es wichtig Leuchten mit mindestens 8% UVB-Strahlen einzusetzen oder spezielle Leuchten wie die Osram Vitalux 300W einzusetzen.

Vitamin-A Mangel: Haben Bartagame geschwollene Augen, ist das ein Zeichen für einen Vitamin-A Mangel, was aber sehr selten vorkommt. Behandelt werden kann mit einem Vitaminpräparat z.B. durch die Aufnahme über die Futterinsekten. Bei starken Anzeichen unbedingt einen fachkundigen Tierarzt aufsuchen.

Nekrose:
Bei Nekrose spricht man von abgestorbenem Gewebe, das durch die Unterbrechung der Blutversorgung ensteht. Gefährdete Stellen sind die Zehenspitzen und der Schwanz (Häutungsrückstände). Nekrose kann durch eine Verletzung oder durch Häutungsschwierigkeiten entstehen. Die Betroffenen Stellen färben sich schwarz und trocknen ein. Um Nekrose vorzubeugen, sollte der Häutungsvorgang der Bartagame überwacht werden, dass sich die Tiere komplett häuten, eventuell sollte nachgeholfen werden. Eine richtig angepasste Luftfeuchtigkeit ist hier auch von Vorteil. Ebenso sollte eine abwechslungsreiche Ernährung gewährleistet werden. Bei Verletzungen sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Betroffene Stellen müssen evntuell sogar amputiert werden, damit die Krankheit sich nicht ausbreitet.

Abszesse:
Abzesse sind Beulen in der Haut, die mit Eiter gefüllt sind. Die betroffenen Stellen sind meist sehr hart.

Muskelzittern:
Muskelzittern kann daran liegen, dass das Tier unter einem VitaminB-Mangel leidet. Hier sollte man VItamin B verabreichen, entweder über Präparate oder über die Futtertiere. Ist das Muskelzittern extrem, sollte der Tierarzt aufgesucht werden, welcher stark konzentrierte Präparate verabreicht.

Atemwegserkrankungen:
Zu den Atemwegserkrankungen, zu denen z.B. die Lungenentzündung zählt, kann es durch Zugluft, Staub oder auch durch Parasiten kommen. Symptome für eine Atemwegserkrankungen können ein geöffnetes Maul, Husten/Fauchgeräusche oder auch eine Art Niesen mit austretendem Sekret aus den Nasenöffnungen sein. Vermeiden lässt sich dies, wenn das Terrarium nicht in Zugluft steht und der Sand staubfrei, d.h. nicht zu fein ist. Bei einer zu langen und kalten Winterruhe kann es auch zu Lungenentzündungen kommen. Der Boden des Terrariums sollte nie den Fußboden berühren. Styroporplatten sind hier sehr ratsam. Desweiteren sollte die Winterruhe nicht länger als 8 Wochen dauern und die Temperatur nicht länger unter 17°C fallen. Eine Behandlung kann beim Tierarzt durch Antibiotika erfolgen.

Häutungsprobleme:
Häutungsprobleme treten meist bei Jungtieren auf, bei denen sich manche Stellen nicht rückstandsfrei häuten. Diese Stellen können Zehen oder der Schwanz sein. Sollte sich das Tier nicht richtig häuten kann man nachhelfen, indem man das Tier dabei unterstützt oder nachhilft. Dies kann durch Baden des Tieres gefördert werden, wobei man das Tier aber nicht zum Baden zwingen sollte oder durch Nachhelfen mit einer Pinzette oder der Hand und die Haut langsam entfernt.
Achtung! Man sollte auch regelmäßig die Nasenlöcher kontrollieren!! Das Nasenloch wird von innen auch gehäutet!

Verstopfung:
Verstopfung ist an einem dicken runden Bauch zu erkennen, was bei Bartagamen relativ häufig vorkommt. Bartagamen versuchen dann durch Pressen sich zu erleichtern. Eine Ursache hierfür kann ein z.B. die Vermehrte aufnahme des Sandes sein. Sollte es dazu kommen, kann man sein Tier in warmem Wasser baden. Diese Vorgang 2-3 Tage wiederholen. Sollte es nicht besser werden, muss ein TA aufgesucht werden, da sonst das Tier verenden kann.

Legenot: Wenn eine schwangere Bartagame Stress hat oder keine geeignete Stelle zum Ablegen der Eier im Terrarium findet, kann  es zu einer Legenot kommen. Die Eier sind überfällig und verkleben im Leib des Tieres, sodass sie sie von alleine nicht mehr rauspressen kann. Die Bartagame stellt das Graben ein und verhält sich meist wieder normal, ohne dass eine Eiablage erfolgt ist. Hier muss unbedingt ein fachkundiger TA aufgesucht werden. Eine Bartagame mit Legenot wird ohne Hilfe eines TA verenden.

Maulfäulnis:
Tritt oft in Verbindung mit Lungenentzündung oder Darmproblemen auf. Erkennen kann man die Maulfäule an Schwellungen und Eitertaschen im Maul oder an den geröteten Mundschleimhäuten.