Paarung und Zucht
Zur Zucht sollte man nur gesunde und gut genährte Tiere einsetzen, die mindestens ein Jahr alt sind und von verschiedenen Elterntieren stammen (blutsfremd).
Etwa drei bis vier Wochen nach Beendigung der Winterruhe beginnen die Bartagamen mit den Paarungsaktivitäten. Die Männchen entwickeln
dann ein starkes Territorialverhalten, vertreiben Rivalen und beginnen mit dem Balzverhalten, dass sich überwiegend durch ausgeprägtes Kopfnicken präsentiert. Der Bart wird tiefschwarz gefärbt
und aufgestellt, und um das Kopfnicken noch zu verstärken, bewegen sie den Oberkörper auf und ab. Die Weibchen beantworten dieses Verhalten zumeist mit beschwichtigendem "Winken" und entziehen
sich oft den ersten Annäherungsversuchen. Ist das Weibchen schließlich paarungsbereit, senkt es seinen Oberkörper ab und beobachtet das Mänchen weiter. Gelegentlich nicken die Weibchen jetzt noch
die Männchen an. Diese umkreisen das Weibchen nun kopfnickend und mit aufgestelltem Bart. Sie nähern sich von der Seite und beißen das Weibchen im Bereich Hinterkopf-Nacken-Schultern und halten
sich mit dem sogenannten Paarungsbiss fest. Um die Kloake anzunähern, schiebt das Männchen seinen Körper in Richtung der bissabgewandten Seite und sollte das Weibchen seinen Schwanz noch nicht
angehoben haben, provoziert er dieses durch ein Kratzen mit den Hinterbeinen auf dem Rücken seiner Partnerin. Nachdem das Weibchen seine Schwanzbasis angehoben hat, führt das Männchen einen
Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Nach meist ein bis zwei Minuten ist die Paarung beendet und die Partner trennen sich wieder.
Die Männchen brauchen nach dem scheinbar anstrengenden Akt oftmals eine ganze Weile Regenerationszeit, während der sie apathisch herumliegen. Der Nackenbiss kann leichte oberflächliche Wunden
hervorrufen, die jedoch meist rasch verheilen.
Trächtigkeit
Vor den Weibchen liegt nach erfolgreicher Paarung eine drei bis vier,
maximal siebenwöchige Trächtigkeit während der sie mit besonderer Sorgfalt gepflegt werden müssen.
Außer der normalen Mineralstoffbestäubung mit Korvimin ZVT, muss unbedingt noch zerbröselte Sepiaschale zur Verfügung gestellt werden, und häufiger als sonst Vitamine ins Trinkwasser gegeben
werden. Das Futterangebot muss reichlich sein. Die gelegentliche Verfütterung einer Babymaus kann helfen, ist bei ausreichender Fütterung mit anderen Nahrungsbestandteilen aber nicht
unbedingt notwendig.
Die weiblichen Bartagamen sind in dieser Zeit besonders futtergierig und verbringen viel Zeit unter dem Spotstrahler. Je näher der Tag der Eiablage kommt, desto fülliger werden die Tiere. Mit der
Zeit zeichnen sich im Bauchraum einzelne Eier ab und können gut ertastet werden.
Die zahlreichen Eier sind sehr raumfüllend und schränken die Tiere zum Ende der Trächtigkeit sogar in der Atmung ein, weshalb hochträchtige Agamen zur Unterstützung der Atmung oft mit erhobenen Oberkörper dasitzen. Wenige Tage (meist 3-4 Tage) vor der Eiablage stellen viele Bartagamen die Nahrungsaufnahme ein und wirken sehr unruhig.
Auf der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz durchstreift das Weibchen das Terrarium, nimmt Probegrabungen vor und versucht gelegentlich, aus dem Terrarium auszubrechen. Wer keinen ausreichenden hohen Bodengrund hat, muss diesen jetzt einfüllen oder eine große Schale in das Terrarium stellen. Hierfür eignen sich beispielsweise die unteren Teile von Katzentoiletten o.ä., diese haben den Vorteil, dass man sie nach vollendeter Eiablage leicht aus dem Terrarium herausnehmen kann, um die Eier zu bergen.