Verhalten
Der Bart
Typische Kennzeichnung der Bartagamen ist ihr "Bart". Er ist mit kleineren Stachenln besetzt
und liegt an der Kehle des Keilförmigen Kopfes. Er wird nicht aufgebläht sondern aufgestellt. Dies funktioniert durch den sogenannten Zungenbeinapparat, zwei Knochen, die den Bart aufstellen.
Unter gleichzeitigem Kopfnicken und tiefschwarz-färben nutzt die Bartagame den Bart zum Imponieren und Drohen.
Nicken
Das schnelle Auf- und Absenken des Kopfes, auch als Nicken bezeichnet, ist ein Zeichen der Dominanz des Tieres. Dieses Verhalten ist im Normalfall nur bei
männlichen Bartagamen zu sehen.
Balzverhalten
Neben dem Dominanzverhalten wird auch das Balzverhalten durch das
Nicken eingeleitet. Dieses Verhalten fängt schon bald nach Beendigung der Winterruhe an und dauert meist ein paar Wochen an. Es gibt zwei Arten von Balzverhalten bei den Männchen. Während die
Einen das Weibchen stundenlang umkreisen und ihr immerwieder ihren ausgeprägten Bart zeigen, fackeln Andere nicht lange rum und sind eher stürmisch und grob. Die Balz kann sich jedoch auch über
mehrere Monate abspielen. Deshalb ist es ratsam, mehrere Weibchen zu halten, oder die Tiere vorübergehend zu trennen, da sonst durch zu viel Stress für das Weibchen der Tod eintreten kann.
Winken
Bartagamen Winken durch hochheben und Drehen des Vorderbeines. Dies kann entweder bedeuten, dass das Weibchen noch nicht Paarungsbereit ist (was aber in den meisten Fällen das Männchen nicht
wirklich interessiert); oder aber auch als Demutsgeste, welchen von langsames Auf-und Abbewegen des Kopfes und Abflachen des Körpers begleitet werden kann. Somit demonstrieren die Tiere einem
Rivalen ein Beschwichtigungsverhalten, als Zeichen, der Schwächere zu sein.
Erkundungsverhalten
Zur Erkundung der Umgebung benutzen Bartagamen ihre Zunge. Dabei lecken sie die Gegenstände in ihrer Umgebung mit einem Züngeln ab. Die Duftstoffe der Objekte werden dann über die Zunge an das
Jacobson Organ weitergeleitet. Zur Begrüßung von Artgenossen wird ebenfalls die Zunge eingesetzt. Außerdem wird sie auch zur Essbarkeitsprüfung eingesetzt. Dabei lecken sie ihr Futter zunächst
ab, bevor sie es verspeisen (nur bei pflanzlicher Nahrung)
Ablehnungsgesten
Wenn Bartagamen ihre Augen schließen, ist das ein Zeichen der Ablehnung. Anders als
beim Menschen ist es nicht ein Zeichen des Genießens, was oftmals falsch interpretiert wird. Es soll dem Halter signalisieren "Hör bitte auf, es gefällt mir nicht". Dies ist meist beim Streicheln
der Tiere festzustellen. Fühlen sich die Tiere stark bedrängt und ins Eck getrieben, kann man bei ihnen sogar an Fauchen erkennen. In diesem Fall stellen sie dann auch ihren schwarzgefärbten Bart
auf, und die Stacheln an der Körperseite, flachen den Körper ab und nähern sich seitlich. In den seltensten Fällen beißen Bartagamen.
Stubsen an die Scheibe
Bewegt sich das Tier oft an der Scheibe hin und her, kann das mehrere Gründe haben. Möglicherweise ist das Terrarium für das Tier zu klein. Es kann aber auch sein, die Bartagame mit ihrem eigenen
Spiegelbild in der Scheibe spielen, dann sollten die Scheiben gereinigt werden. Oft hat die Bartagame aber nur was interessantes außerhalb des Terrariums entdeckt, oder will einfach nur aus dem
Terrarium heraus, weil es seinen Pfleger entdeckt hat.
Beobachten der Umgebung
Bartagamen beobachten gerne ihre Umgebung. Das machen sie entweder von ihrem Lieblingsplatz, meist ein Sonnenplatz, oder einem anderen erhöhten Punkt aus. Dabei strecken sie ihren Kopf in
die Höhe und beobachten intensiv und aufmerksam, was sich in der Umgebung abspielt.